Max Kramer: Mobilität und Zeugenschaft

Unabhängige Dokumentarfilmpraktiken und der Kaschmirkonflikt

transcript Verlag

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Inhaltsangabe:

Ist unabhängiges Dokumentarfilmschaffen im Kaschmirkonflikt möglich? Über den Fokus auf Mobilität zeigt Max Kramer neue theoretische und methodische Zugänge zur Erforschung von filmischen Praktiken in Konfliktregionen auf. Er argumentiert, dass die Herstellung von Zeugenschaft zunehmend auf verschiedene Momente von Mobilität bezogen ist. Mit einem praxeologischen Zugang zur filmischen Form wird die Schaffung und Aushandlung audiovisueller Zeugnisse des Konflikts analysiert. Kramer berücksichtigt dabei, dass gegenwärtige Prozesse der touristischen und sicherheitspolitischen Durchdringung des Kaschmirtals für unabhängige Dokumentarfilmemacher_innen eine zentrale Herausforderung darstellen. Mit Blick auf die Akteure erfasst er sowohl mobilitätsbezogene, strukturelle Aspekte des Konflikts (zum Beispiel die sicherheitspolitische Regulationen von Bewegungen und die Kommodifizierung von Landschaften) als auch ästhetische Öffnungen zwischen den erinnerungspolitischen Fronten verschiedener Konflikterzählungen. Über diese letztgenannte, ästhetisch-bezogene Verwendung des Mobilitätsbegriffs wird versucht, die Form der Filme in den Momenten ihrer höchsten Intensität zu entfalten. Damit sind Momente gemeint, in denen durch das filmische Artefakt, die Filmemacher_innen und die Zuschauer_innen nicht nur Schemata repetiert werden sondern auch ein gemeinsamer Raum für Einsicht, Versöhnung und Hoffnung entstehen kann.

 

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Bibliographische Angaben:

Kramer, Maxer. 2019. Mobilität und Zeugenschaft.Unabhängige Dokumentarfilmpraktiken und der Kaschmirkonflikt, Bielefeld: transcript Verlag.