Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies

Miriam Kurz

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Aufgabenbereich

Euromuslim, Gangster, Prophet-Lover, Islamist? Muslimische junge Männer in Berlin zwischen öffentlicher Diskursivierung, religiöser Diskurstradition und geschlechtsspezifischer Subjektformierung

E-Mail kurz@bgsmcs.fu-berlin.de

Euromuslim, Gangster, Prophet-Lover, Islamist? Muslimische junge Männer in Berlin zwischen öffentlicher Diskursivierung, religiöser Diskurstradition und geschlechtsspezifischer Subjektformierung

In meinem Promotionsprojekt möchte ich Männlichkeitskonstruktionen und geschlechtsspezifische Subjektformierungsprozesse junger Muslime untersuchen, die sich in Berliner Moscheemilieus aufhalten. Ausgehend von der Dynamik und Fluidität von Identitätskonstruktionen soll gefragt werden, welche Männlichkeitsentwürfe junge muslimische Männer in Deutschland leben, welche Vorstellungen von Männlichkeit junge muslimische Frauen artikulieren, welche sozialen Räume für spezifische Männlichkeitsverständnisse konstituierend sind und über welche Praktiken bestimmte Formen von Männlichkeit erlernt, eingeübt, ausgelebt, bestätigt, modifiziert oder infrage gestellt werden. Da Männlichkeit hier als relationale Kategorie betrachtet wird, sollen die Vorstellungen und Praktiken von jungen Frauen in den Moscheemilieus in Bezug auf Männlichkeiten und Geschlechterbeziehungen mit einbezogen werden. Wie gestalten sich Geschlechterbeziehungen und wie werden diese verhandelt? Und mit welchen Vorstellungen von Weiblichkeit sind bestimmte Männlichkeitsentwürfe verbunden?

Ein besonderer Fokus des Projekts liegt im Hinblick auf religiös fundierte Formen von Männlichkeit darauf, welche Selbstpraktiken muslimische Männer anwenden, um ethische Arbeit an sich vorzunehmen, und wie sie dabei ihren Körper einsetzen und bearbeiten, Emotionen kultivieren und bestimmte Geschlechterregimes umsetzen. Dabei stütze ich mich auf theoretische Erkenntnisse Talal Asads, Michel Foucaults, Saba Mahmoods und Monique Scheers.

Darüber hinausgehend möchte ich zum einen berücksichtigen, in welchen religiösen Diskurstraditionen sich die jungen Männer und Frauen verorten und welche transnationalen Bezüge für Wissenserwerb, Selbstpositionierungen und Männlichkeitskonstruktionen von Bedeutung sind.

Zum anderen soll integraler Teil der Analyse sein, wie der öffentliche islamkritische Diskurs in Deutschland (insbesondere der Diskurs der problematischen islamischen Männlichkeit), der als Muslime sichtbare Subjekte fokussiert und als suspekt konstruiert, und die Männlichkeitspraktiken und -entwürfe der muslimischen Subjekte sich gegenseitig bedingen und beeinflussen.