Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies

Ausstellung „framing muslims. images | objects | publications"

Ausstellung „framing muslims. images | objects | publications“ in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin

Die Ausstellung wurde am Dienstag, den 18.11.2014 um 18:00 Uhr mit einer Begrüßung durch Prof. Dr. Gudrun Krämer eröffnet und wird bis zum 28.01.2015 zu sehen sein.

Den Flyer zur Ausstellungsankündigung finden Sie hier.

Die Online Ausgabe von taz.die tageszeitung hat die Bilder der Ausstellung in einer Bildergalerie veröffentlicht.



framing muslims

Fotos | Alltagsobjekte | Texte

Fotografieren und akademisches Schreiben sind Wege, sich ein Bild von der Welt zu machen. Mitunter vergessen wir dabei, dass wir dieses Bild aktiv mitgestalten und die Realität nicht einfach neutral wiedergeben. Wenn wir ein Bild oder einen Text erstellen, nehmen wir eine Selektion vor. Wir setzen einen Bezugsrahmen, der stets auch Informationen ausschließt. Ziel dieser Ausstellung ist es, einen Eindruck vom Alltagsleben und der vielfältigen Normalität in diversen muslimischen Kulturen und Gesellschaften zu vermitteln.

Muslimische Lebensweise wird häufig als fromm, männlich dominiert und rückwärtsgewandt dargestellt. Gelegentliche Ausnahmen bestätigen entweder die Regel oder beschränken sich auf vereinfachende Bilder des Protests und des Regelverstoßes.

Die Fotografien in dieser Ausstellung zeigen die Komplexität der Alltagserfahrungen von Muslimen: Orte, an denen das Gebet Hand in Hand mit dem Bedürfnis nach Vergnügen geht; Menschen, die in konfliktreichen Gegenden einfache Freuden erleben; muslimische Minderheiten, die sich im Dialog mit der nichtmuslimischen Mehrheitsbevölkerung befinden; und Situationen, in denen die muslimische Identität der Dargestellten gegenüber ihrem Mensch-Sein in den Hintergrund tritt.

Neben Bildern aus unterschiedlichen muslimischen Zusammenhängen zeigen wir auch eine Auswahl von Alltagsgegenständen, die an unterschiedlichen Orten zu der Erfahrung, Muslim zu sein, beitragen. Unsere Auswahl, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, reflektiert auch, was Berliner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von ihrer Feldforschung mitbringen, weil es für sie einen besonderen Wert hat. Die Geschichte jedes Exponats wird in einem kurzen Begleittext erzählt: Wie werden in Pakistan oder Kenia Kopfschmerzen mit Hilfe einer beschrifteten Trinkschale behandelt? Was haben handgefertigte rosa Lederschuhe aus der Türkei mit dem Gebet zu tun? Und warum trägt ein Berliner Doktorand auf einer Hochzeit bei Uiguren in China eine grüne Kappe?

In einem dritten Bereich werden Veröffentlichungen von Doktoranden und Dozenten der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies ausgestellt. Die Besucher und Besucherinnen sind dazu eingeladen, in den Büchern zu blättern und zu lesen.

Das Projekt „framing muslims“ dokumentiert auch das breite Spektrum regionaler und kultureller Kontexte, das an der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies abgedeckt wird und die Vielfältigkeit dieser Forschungseinrichtung begründet.