Jannis Grimm: "Kaum eine Wahl: Ägyptens Parlamentswahlen zementieren die autokratische Ordnung"

05.12.2015

Stimmabgabe in Shubra. Photo: Nehal el-Sherif (CC BY-ND 2.0)

Stimmabgabe in Shubra. Photo: Nehal el-Sherif (CC BY-ND 2.0)
Bildquelle: Alsharq

Ägypten hat schon wieder gewählt. Während Regierungsvertreter und das politische Establishment den mittlerweile achten Urnengang seit dem Sturz des Mubarak-Regimes als abschließenden Schritt zu einer stabilen und demokratischen Ordnung deuten, erreicht das Wahlergebnis tatsächlich kaum mehr, als eine Zementierung des autoritären Status quo.

 

Bereits im Kontext der Parlamentswahlen 2005 machte ein Witz in Ägypten die Runde, in dem ein Mann während der Wahlen die Augenarztpraxis betritt. Vom Augenarztarzt nach dem Grund seines Besuchs gefragt, schildert er diesem sein Leid: „Wissen Sie, Herr Doktor, etwas scheint mit meiner Sehkraft nicht in Ordnung zu sein, denn alle Kandidaten für das Parlament sehen für mich gleich aus.“ Darauf der Arzt: „Ich verstehe. Dann bleiben Sie lieber ein paar Tage im Bett, bevor Sie am Ende noch falsch wählen.“

Auch die aktuellen Parlamentswahlen, die diese Woche in ihre letzte Runde gingen, wären eine ebenso steile Vorlage für Kabarettisten gewesen – stünde die Berichterstattung nicht unter so strenger Zensur. [...]

 

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